WTI

WTI steht für West Texas Intermediate und ist eine Referenzöl-Sorte, die an den Terminmärkten gehandelt wird. Sie ist ein wichtiger Indikator für den globalen Ölpreis und wird hauptsächlich in Nordamerika produziert.

Detaillierte Erklärung von WTI

West Texas Intermediate (WTI) ist eine Sorte von Rohöl, die in den USA, hauptsächlich in Texas, gewonnen wird. Sie zeichnet sich durch ihre hohe Qualität aus – sie ist ein leichtes und süßes Rohöl. "Leicht" bedeutet, dass sie eine geringe Dichte hat, was die Raffination zu Benzin und anderen Leichtprodukten erleichtert. "Süß" bezieht sich auf einen geringen Schwefelgehalt, der ebenfalls die Verarbeitung vereinfacht und weniger umweltbelastende Emissionen verursacht.

Verwendung als Referenzpreis: WTI ist nicht nur ein physisches Produkt, sondern vor allem auch ein Benchmarking-Instrument für den Preis von Rohöl. Zusammen mit Brent (der europäischen Referenzsorte) ist WTI der am häufigsten gehandelte und zitierte Öl-Future-Kontrakt weltweit. Der Großteil des Handels mit WTI findet an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) statt, einer Unterorganisation der Chicago Mercantile Exchange (CME).

Lagerung und Lieferpunkt: Der physische Lieferpunkt für WTI-Futures-Kontrakte ist Cushing, Oklahoma. Dies ist ein riesiger Knotenpunkt mit großen Lagerkapazitäten und vielen Pipelines, die Rohöl aus verschiedenen Fördergebieten zusammenführen. Die Lagerbestände in Cushing werden wöchentlich veröffentlicht und sind ein wichtiger Indikator für Angebot und Nachfrage am WTI-Markt. Hohe Lagerbestände können auf ein Überangebot und damit auf fallende Preise hindeuten, während niedrige Bestände auf eine starke Nachfrage und potenziell steigende Preise schließen lassen.

Faktoren, die den WTI-Preis beeinflussen:

  • Globale Angebot und Nachfrage: Wie bei jedem Rohstoff sind die grundlegenden Kräfte von Angebot und Nachfrage entscheidend. Produktionskürzungen der OPEC+, eine Erhöhung der Schieferölproduktion in den USA oder eine schwächelnde Weltwirtschaft haben direkte Auswirkungen.
  • Geopolitische Ereignisse: Konflikte im Nahen Osten, politische Instabilität in ölproduzierenden Ländern oder internationale Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise in die Höhe treiben.
  • US-Dollar-Stärke: Da Rohöl international in US-Dollar gehandelt wird, führt ein stärkerer US-Dollar in der Regel zu einem Rückgang des WTI-Preises (da es für Käufer, die nicht in US-Dollar handeln, teurer wird) und umgekehrt.
  • Inventardaten: Die wöchentlichen Lagerberichte der Energy Information Administration (EIA) für Cushing sind von großer Bedeutung.
  • Wetterereignisse: Naturkatastrophen wie Hurrikans im Golf von Mexiko können die US-Produktion und Raffineriekapazitäten beeinträchtigen.

Unterschied zu Brent: Oft wird WTI im Vergleich zu Brent Crude genannt. Während WTI die US-amerikanische Referenz ist, repräsentiert Brent eher den europäischen und globalen Markt. Die Preisdifferenz zwischen WTI und Brent, oft als "Spread" bezeichnet, kann je nach globaler Marktsituation variieren. Historisch gesehen war Brent oft etwas teurer als WTI, was teilweise an den höheren Lieferkosten für WTI zu internationalen Märkten lag.

Bedeutung für Anleger und Verbraucher: Für Anleger bieten WTI-Futures die Möglichkeit, auf die Entwicklung des Ölpreises zu spekulieren oder sich gegen Preisänderungen abzusichern. Für Verbraucher hat der WTI-Preis direkte Auswirkungen auf die Kosten für Benzin und Diesel sowie auf die Preise vieler anderer Produkte, da Energie ein wesentlicher Produktionsfaktor ist.

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