Nikkei

Der Nikkei (vollständiger Name: Nikkei 225) ist der wichtigste japanische Aktienindex und spiegelt die Wertentwicklung der 225 größten und liquidesten Unternehmen wider, die an der Tokioter Börse (TSE) gelistet sind. Er gilt als Barometer für die japanische Wirtschaft und ist vergleichbar mit dem deutschen DAX oder dem amerikanischen Dow Jones Industrial Average.

Der Nikkei 225 ist ein preisgewichteter Index, was bedeutet, dass Unternehmen mit einem höheren Aktienkurs einen größeren Einfluss auf den Indexwert haben. Er wurde erstmals 1950 berechnet, wobei der ursprüngliche Basiswert vom 16. Mai 1949 mit 176,21 Punkten angenommen wurde. Die Zusammensetzung des Index wird regelmäßig überprüft und angepasst, um stets die größten und relevantesten Unternehmen Japans abzubilden.

Merkmale und Besonderheiten des Nikkei 225:

  • Preisgewichtung: Im Gegensatz zu vielen anderen großen Indizes, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind (z.B. MSCI World), basiert der Nikkei auf dem Aktienkurs. Das hat zur Folge, dass Aktien mit einem hohen absoluten Kurs stärker ins Gewicht fallen als Aktien mit einem niedrigeren Kurs, auch wenn das Unternehmen insgesamt weniger wertvoll ist.
  • Historische Bedeutung: Der Nikkei hat weltweit Bekanntheit erlangt, insbesondere durch die japanische Blasenwirtschaft der späten 1980er Jahre und den anschließenden Einbruch in den 1990ern, eine Periode, die oft als "verlorenes Jahrzehnt" bezeichnet wird.
  • Indikator für die Weltwirtschaft: Aufgrund der Größe und Exportstärke japanischer Unternehmen wird der Nikkei oft als wichtiger Frühindikator für die globale Wirtschaftsentwicklung angesehen. Starke Schwankungen können sich auf andere Märkte auswirken.
  • Handelbarkeit: Anleger können über verschiedene Finanzprodukte am Verlauf des Nikkei teilhaben:
  • ETFs (Exchange Traded Funds): Diese bilden den Index nach und sind eine beliebte Möglichkeit, breit diversifiziert in den japanischen Aktienmarkt zu investieren.
  • Futures und Optionen: Für erfahrenere Anleger bieten diese Derivate die Möglichkeit, auf steigende oder fallende Nikkei-Kurse zu spekulieren oder Positionen abzusichern.
  • CFDs (Contracts for Difference): Hierbei handelt es sich um Hebelprodukte, die ebenfalls auf die Kursentwicklung des Nikkei setzen.

Berechnung des Nikkei 225:

Die Formel für einen preisgewichteten Index ist relativ einfach:

$\text{Nikkei 225} = \frac{\sum{i=1}^{225} Pi}{D}$

Wo:

  • $Pi$ der Aktienkurs des i-ten Unternehmens ist.
  • $\sum{i=1}^{225} P_i$ die Summe der Aktienkurse aller 225 Indexmitglieder ist.
  • $D$ der Divisor ist. Dieser Divisor wird angepasst, um Indexverzerrungen durch Aktiensplits, Sonderausschüttungen oder Änderungen in der Indexzusammensetzung zu vermeiden und die Kontinuität des Index zu gewährleisten.

Beispiel: Nehmen wir an, der Nikkei besteht fiktiv nur aus 3 Unternehmen. Unternehmen A: Kurs 100 JPY Unternehmen B: Kurs 200 JPY Unternehmen C: Kurs 50 JPY Summe der Kurse = 100 + 200 + 50 = 350 JPY. Angenommener Divisor = 2. Dann wäre der Indexwert = 350 / 2 = 175 Punkte.

Wenn nun Unternehmen B einen Aktiensplit von 1:2 vornimmt, würde der Kurs auf 100 JPY fallen. Ohne Anpassung des Divisors würde der Indexwert sinken. Um dies zu verhindern, wird der Divisor entsprechend angepasst.

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