SMR

Auch bekannt als: SMRs

SMR steht für Small Modular Reactor und bezeichnet eine neue Generation von Kernkraftwerken.

Was ist ein SMR (Small Modular Reactor)?

Ein Small Modular Reactor (SMR) ist ein kleiner, modular aufgebauter Kernreaktor, der im Vergleich zu herkömmlichen Kernkraftwerken deutlich kleiner ist und fabrikgefertigt sowie modulweise an den Einsatzort transportiert und dort montiert werden kann. Diese Technologie soll die Kernenergie flexibler, kostengünstiger und sicherer machen.

Detaillierte Erklärung zu SMR

  • Small (Klein): Im Gegensatz zu traditionellen Kernkraftwerken, deren elektrische Leistung oft im Gigawatt-Bereich liegt (z.B. 1.000 Megawatt und mehr), haben SMRs eine Leistung von typischerweise unter 300 Megawatt (elektrisch), oft sogar unter 100 MW. Diese geringere Größe ermöglicht eine flexiblere Standortwahl und eine bessere Anpassung an den lokalen Energiebedarf.
  • Modular (Modular): Dies ist ein Schlüsselelement der SMR-Technologie. Die Reaktoren werden serienmäßig in Fabriken hergestellt, ähnlich wie Flugzeugkomponenten oder Autos. Diese fabrikmäßige Fertigung soll die Baukosten senken, die Bauzeit verkürzen und die Qualitätskontrolle verbessern. Die Module können dann per Schiff, Bahn oder LKW zum Einsatzort transportiert und dort zusammengebaut werden. Das ist ein großer Unterschied zu den maßgegeschneiderten Großprojekten traditioneller Kernkraftwerke.
  • Reactor (Reaktor): Es handelt sich immer noch um einen Kernreaktor, der durch kontrollierte Kernspaltung Wärme erzeugt, die dann zur Stromerzeugung (oder auch zur Prozesswärme, Wasserentsalzung oder Herstellung von Wasserstoff) genutzt wird. Es gibt verschiedene SMR-Designs, die auf unterschiedlichen Reaktortechnologien basieren, z.B. Leichtwasserreaktoren, Hochtemperaturreaktoren oder Flüssigsalzreaktoren.

Beispiele und Verwendung im Kontext der Finanzmärkte

Direkt als Finanzkennzahl oder Börsenindikator wird SMR nicht genutzt. Die Relevanz von SMRs für die Finanzwelt ergibt sich aus folgenden Aspekten:

  1. Investitionsgelegenheiten:
  • Herstellerunternehmen: Firmen, die SMRs entwickeln und bauen (z.B. General Electric Hitachi Nuclear Energy, TerraPower von Bill Gates, NuScale Power), sind potentielle Investitionsobjekte.
  • Zulieferer: Unternehmen, die Komponenten, Material oder Dienstleistungen für den Bau und Betrieb von SMRs liefern.
  • Energieversorger: Große Energieunternehmen, die in SMR-Projekte investieren, um ihre CO2-Bilanz zu verbessern und eine zuverlässige Grundlast zu sichern.
  1. Förderprogramme und Subventionen: Viele Regierungen sehen SMRs als Teil ihrer grünen Energiestrategie und stellen erhebliche Fördergelder und politische Unterstützung bereit. Dies kann Risiken für Investoren mindern und die Rentabilität von Projekten erhöhen. Beispiele sind die USA, Kanada, Großbritannien und einige europäische Länder.
  1. Wirtschaftliche Vorteile:
  • Geringere Initialkosten: Obwohl die Stromgestehungskosten noch zu beweisen sind, werden die Investitionskosten pro Einheit aufgrund der Seriellen Fertigung und kleineren Größe niedriger erwartet.
  • Flexibilität: SMRs können in kleineren Netzen eingesetzt werden und flexibler auf schwankende Nachfrage reagieren als große Anlagen.
  • Dezentralisierung: Sie ermöglichen eine dezentrale Energieversorgung, was die Netzstabilität erhöhen kann.
  1. Risiken und Herausforderungen:
  • Regulierung: Der Genehmigungsprozess ist komplex und zeitaufwendig, da es sich um eine relativ neue Technologie handelt.
  • Kostenüberschreitungen: Auch wenn die Modularität Kosten senken soll, sind Neuentwicklungen von Großprojekten oft anfällig für Kostenüberschreitungen.
  • Öffentliche Akzeptanz: Die Akzeptanz von Kernenergie ist in einigen Ländern nach wie vor gering.
  • Abfallentsorgung und Proliferation: Fragen der Lagerung von radioaktivem Abfall und der Nichtverbreitung von waffenfähigem Material bleiben zentrale Herausforderungen.

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