TTM
TTM steht für Trailing Twelve Months und bezeichnet die Daten der letzten zwölf aufeinanderfolgenden Monate. Es ist eine häufig verwendete Metrik in der Finanzanalyse, um die jüngste Performance eines Unternehmens zu bewerten, unabhängig vom Geschäftsjahresende.
Detaillierte Erklärung von TTM
Die Abkürzung TTM begegnet dir in der Finanzwelt immer wieder, besonders wenn es um die Analyse von Unternehmen geht. Sie ist ein universelles Konzept, das dafür sorgt, dass du immer die aktuellsten verfügbaren Informationen betrachtest, auch wenn das Geschäftsjahr eines Unternehmens beispielsweise im September endet und du gerade im Februar recherchierst.
Wann wendet man TTM an?
- Umsatz (Revenue TTM): Statt nur den Umsatz des letzten abgeschlossenen Geschäftsjahres zu betrachten, addierst du die Umsätze der letzten zwölf Monate. Das gibt dir ein aktuelleres Bild der Verkaufsleistung.
- Gewinn (Earnings TTM): Ähnlich wie beim Umsatz werden hier die Gewinne der vergangenen zwölf Monate summiert. Das ist besonders wichtig für Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), bei dem der TTM-Gewinn im Nenner steht.
- Cashflow (Cash Flow TTM): Auch hier kann der operative Cashflow oder der freie Cashflow der letzten zwölf Monate eine gute Indikation für die Liquidität und finanzielle Stärke des Unternehmens liefern.
Warum ist TTM wichtig?
- Aktualität: Ein Geschäftsjahr kann beispielsweise im Dezember enden. Wenn du im Juni des Folgejahres ein Unternehmen analysierst, wären die Daten des letzten abgeschlossenen Geschäftsjahres im Dezember des Vorjahres bereits sechs Monate alt. TTM liefert dir hier die Zahlen vom letzten Juni bis zum aktuellen Mai, was wesentlich aktueller ist.
- Vergleichbarkeit: Wenn du Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsjahresenden vergleichen möchtest, sorgt TTM für eine einheitliche und aktuelle Basis. Ohne TTM würdest du Äpfel mit Birnen vergleichen, da die Datenzeiträume nicht übereinstimmen würden.
- Trendanalyse: Durch die Betrachtung aufeinanderfolgender TTM-Perioden kannst du kurzfristige Trends in der Geschäftsentwicklung besser erkennen, ohne auf das Ende eines gesamten Geschäftsjahres warten zu müssen.
Beispiel:
Stell dir vor, ein Unternehmen hat sein Geschäftsjahr, das im September 2023 endete, mit einem Umsatz von 100 Millionen Euro abgeschlossen. Im Februar 2024 möchtest du nun die aktuelle Umsatzentwicklung beurteilen.
- Umsatz des abgeschlossenen Geschäftsjahres: 100 Millionen Euro (bis September 2023)
- Umsatz TTM: Hierfür würdest du die Umsätze der letzten vier Quartale nehmen:
- Q4 2022 (Okt-Dez 2022)
- Q1 2023 (Jan-Mär 2023)
- Q2 2023 (Apr-Jun 2023)
- Q3 2023 (Jul-Sep 2023)
- Q4 2023 (Okt-Dez 2023) - sind bereits veröffentlicht
- Q1 2024 (Jan-Mär 2024) - noch nicht veröffentlicht
- Wenn es Februar 2024 ist, würde der TTM-Umsatz aus Q1 2023, Q2 2023, Q3 2023 und Q4 2023 (das letzte vollständige Quartal) bestehen. Dies ermöglicht dir, ein aktuelles Bild bis Ende Dezember 2023 zu zeichnen, während das vergangene Gesamtjahr noch bis September 2023 reichte.
In der Praxis siehst du TTM oft bei Finanzdatenanbietern und in Analystenberichten, da es eine verlässliche Methode ist, um die gegenwärtige finanzielle Performance eines Unternehmens zu bewerten. Es glättet auch saisonale Effekte, da immer ein ganzer Jahreszyklus (vier Quartale) betrachtet wird.
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