IMF

Auch bekannt als: IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF), im Englischen als International Monetary Fund (IMF) bekannt, ist eine internationale Organisation, die sich der Förderung der globalen monetären Zusammenarbeit, der Sicherung der Finanzstabilität, der Ermöglichung des internationalen Handels, der Förderung hoher Beschäftigung und eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums sowie der Verringerung der Armut weltweit widmet. Er agiert als eine Art Bank für Mitgliedsländer, die in Zahlungsbilanzschwierigkeiten geraten sind.

Was ist der IMF genau?

Der IMF wurde 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods in den USA zusammen mit der Weltbank gegründet. Sein Hauptsitz ist in Washington D.C. Er umfasst heute 189 bis 191 Mitgliedsländer und fungiert als eine zentrale Säule des globalen Finanzsystems. Die Kernaufgaben des IMF lassen sich in drei Bereiche unterteilen:

  1. Überwachung (Surveillance): Der IMF überwacht die Wirtschaftspolitik der Mitgliedsländer sowie die globale und regionale Wirtschaftsentwicklung. Er führt regelmäßige Konsultationen mit den Mitgliedsländern durch, analysiert ihre Wirtschaftslage und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der Finanzstabilität und des Wachstums. Diese Analysen und Empfehlungen sollen dazu beitragen, Krisen frühzeitig zu erkennen und abzuwenden.
  1. Finanzhilfen (Financial Assistance): Wenn ein Mitgliedsland ernsthafte Zahlungsbilanzprobleme hat – also mehr Devisen abfließen als zufließen, was die Fähigkeit zur Begleichung internationaler Verpflichtungen gefährdet – kann es finanzielle Unterstützung vom IMF beantragen. Diese Hilfen sind nicht bedingungslos, sondern an wirtschaftspolitische Reformen gekoppelt, die darauf abzielen, die Ursachen der Zahlungsbilanzprobleme zu beheben. Man spricht hier von Konditionalität. Beispiele für solche Reformen können fiskalische Anpassungen (z.B. Haushaltskürzungen), geldpolitische Straffungen oder strukturelle Reformen (z.B. im Arbeitsmarkt) sein. Das Ziel ist es, dem Land wieder zu wirtschaftlicher Stabilität zu verhelfen.
  1. Technische Hilfe und Kapazitätsaufbau (Technical Assistance and Capacity Development): Der IMF bietet auch technische Hilfe und Schulungen an, um die Leistungsfähigkeit der Regierungsinstitutionen der Mitgliedsländer zu stärken. Dies umfasst Bereiche wie die Verwaltung der öffentlichen Finanzen, die Reform der Finanzsektoren, die Geldpolitik und die Statistik. Das soll den Ländern helfen, eine effektivere Wirtschaftspolitik zu formulieren und umzusetzen.

Wie wird der IMF finanziert?

Die Finanzmittel des IMF stammen hauptsächlich aus den Quoten seiner Mitgliedsländer. Jedes Land zahlt einen bestimmten Betrag ein, dessen Höhe in der Regel von der Größe seiner Wirtschaft abhängt. Diese Quote bestimmt auch die Stimmrechte des Landes innerhalb des IMF und die maximale Höhe der finanziellen Unterstützung, die es erhalten kann. Zum Beispiel haben große Volkswirtschaften wie die USA, Deutschland oder Japan entsprechend höhere Quoten und damit auch mehr Stimmrechte.

Währung des IMF: Sonderziehungsrechte (SZR)

Der IMF hat sogar eine eigene (Art von) Währung, die Sonderziehungsrechte (SZR) oder Special Drawing Rights (SDR). SZR sind keine physische Währung, sondern ein internationales Reservegut und eine Rechnungseinheit, die vom IMF 1969 geschaffen wurde, um die internationalen Währungsreserven der Länder zu ergänzen. Ihr Wert basiert auf einem Korb führender Währungen, darunter der US-Dollar, der Euro, der japanische Yen, das britische Pfund und der chinesische Yuan.

Der Wert eines SZR in US-Dollar wird täglich vom IMF bekannt gegeben und berechnet sich nach der Wichtigkeit der jeweiligen Währung im Korb. Beispielhaft ließe sich der Wert eines SZR approximativ so darstellen: $$\text{Wert SZR} = c1 cdot \text{Kurs USD} + c2 cdot \text{Kurs EUR} + c3 cdot \text{Kurs JPY} + c4 cdot \text{Kurs GBP} + c5 cdot \text{Kurs CNY}$$ wobei $ci$ die Gewichtung der jeweiligen Währung im Korb darstellt.

Kritische Betrachtung

Der IMF ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln oft die Konditionalität der Hilfskredite, die ihrer Meinung nach zu harten Sparmaßnahmen führen kann, die den ärmsten Bevölkerungsschichten schaden und das Wirtschaftswachstum bremsen. Auch die Ungleichheit der Stimmrechte, die den reicheren Ländern ein größeres Mitspracherecht einräumt, ist ein häufiger Kritikpunkt. Trotz dieser Kritik spielt der IMF eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der globalen Finanzstabilität und der Linderung von Wirtschaftskrisen.

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